Die Lassithi-Ebene und der Gipfel Kofinas

Nach einigen sehr ungemütlich kalten und regenreichen Tagen nutzten wir die erste Gelegenheit bei bestem Wetter und klarer Sicht die Hocheben Lassithi zu besuchen und den Panoramagipfel Kofinas zu erklimmen.

Die Lassithi-Ebene

Die fruchtbare Ebene liegt im Zentrum Kretas auf 830 Metern Höhe und ist mit 10 km Länge und ca. 6 km Breite die größte Hochebene der Insel. Die Dörfer der Lassithi-Ebene sind allesamt am Rande errichtet um kein kostbares Ackerland zu verschenken. Da es für Olivenbäume zu kalt ist, werden auf der Ebene hauptsächlich Kartoffeln, Gemüse und Kernobst angebaut.

Die grüne Hochebene ist rundherum von Bergen umgeben. Der Spathi, der höchste, ragt mit 2.148 m über der Ebene auf und war natürlich noch mit Schnee bedeckt. Wir wanderten auf den kleinsten der umliegenden Gipfel, den Karfi, und konnten aber trotzdem eine fantastische Aussicht genießen. Auf der einen Seite erblickten wir die grüne Hochebene mit den höheren Gipfeln im Hintergrund, auf der anderen Seite blickten wir auf einen großen See, die weiße Ida-Bergkette und das Meer.

Wieder unten angekommen drehten wir noch eine Runde mit dem Fahrrad durch die Ebene. Endlich mal wieder „Flachland“-Fahrradfahren durch die Felder. Sonst ist es doch immer sehr hügelig auf den griechischen Inseln.

Besonders auffällig waren die vielen Windräder auf den Felden, die einstmals der Bewässerung dienten, indem sie Grundwasser in Sammelbecken hochpumpten. Heutzutage sind sie natürlich durch elektrisch betriebene Pumpen abgelöst und stehen meist nur noch als Gerippe für die Touristen in der Gegend rum.

Der Kofinas

Mit seinen 1.230 m über dem Meeresspiegel ist der Kofinas der höchste Gipfel in den Asterousia-Bergen, die sich im zentralen Süden zwischen die Messara-Ebene und das Libysche Meer legen. Schon bei unserer Erkundung der Messára-Ebene konnten wir immer wieder den prägnanten Gipfel sehen, doch spielte zu dem Zeitpunkt das Wetter noch nicht mit.

Vom dem kleinen Bergdorf Kapetaniana wanderten wir die meiste Zeit über einen ungeteerten Fahrweg mit direktem Blick auf die prägnante Spitze. Morgens konnten wir noch die aufsteigenden Wolken beobachten, die vom Wind bizarr in alle Richtungen gezogen wurden, es aber nicht über den Berg schafften.

Die letzten Höhenmeter stiegen wir über steile Steinstufen, die durch ein robustes Holzgeländer gesichert waren. Das Gipfelkreuz hätten sie auch mal besser so standfest bauen sollen.

Die Aussicht von oben war phänomenal. Wir konnten alle drei großen Gebirgszüge Kretas und auf der anderen Seite die Weite des Libyschen Meeres ausmachen. Oben stand ein kleines Heiligtum und vereinzelte Geier nutzten die Aufwinde und zogen immer höhere Kreise.

Die drei großen Gebirgszüge auf einem Blick: im Westen die Zweitausender der Weißen Berge, in Zentralkreta die Gipfel des Ida-Massivs mit dem Psiloritis und im Osten das Dikti-Gebirge.
Die drei großen Gebirgszüge auf einem Blick: im Westen die Zweitausender der Weißen Berge, in Zentralkreta die Gipfel des Ida-Massivs mit dem Psiloritis und im Osten das Dikti-Gebirge.

Die Wanderung auf den Kofinas hat uns richtig gut gefallen. Nach etlichen Schluchten war der Gipfel des Kofinas eine willkommene Abwechslung. Wahrscheinlich hatten wir auch einfach nur Sehnsucht nach einem richtigen Gipfel. In den letzten Wochen auf den Kykladischen Inseln waren die Berge doch etwas kleiner.

Übernachtungsplätze

Die Nacht zwischen der Lassithi-Ebene und der Kofinas-Wanderung verbrachten wir einfach am Rande einer kleinen, unbefestigten Seitenstraße auf halbem Wege in der Nähe von Kalo Chorio. Wir standen unerwartet schön mit Blick auf einen kleinen Fluss, der unterhalb von uns floss, und vielen Olivenbäumen.

Nach der Kofinas-Wanderung stellten wir uns an den Kommos-Strand, nur etwas weiter südlich von dem Afrathias-Strand, wo wir früher schon mehrere Nächte zubrachten. Wir erlebten einen wunderbaren Sonnenuntergang, bei dem wir den Mond und die Venus hell scheinen sahen und unternahmen am nächsten Tag einen ausgedehnten Strandspaziergang mit Blick auf die Berge. Die Szenerie mit den Bergen und dem Meer ist wirklich unglaublich schön.

Übersichtskarte

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