Syros – “Hauptstadt” der Kykladen

Nach Tinos ging es für uns nicht direkt weiter auf die nächste kykladische Insel, sondern wir flogen für ein paar Tage zurück ins heimelige Deutschland zur Hochzeit von Annika und Erik (Brittas Bruder). Wir machten auch einen Abstecher zu Alex’ Eltern nach Leipzig und feierten gemeinsam den Geburtstag seiner Mutti.

Piräus – einer der größten Passagierhäfen Europas

Auf Tinos war uns das Gas zum Kochen ausgegangen. Schon vor unserem Deutschlandbesuch versuchten wir unsere Gasflasche auffüllen zu lassen, doch dies scheiterte an den fehlenden Adaptern. Diese brachten wir aus Deutschland mit und sofort an der allerersten Tankstelle hat man uns die Gasflasche mit LPG-Autogas aufgefüllt. Das hatten wir uns schwieriger vorgestellt.

Da unsere Fähre nach Syros erst am späten Nachmittag ablegte, hatten wir noch mehrere Stunden Zeit um Piräus zu erkunden. Wir stiegen aufs Fahrrad, umrundeten den riesigen Fährhafen und erkundeten die Stadt.

Ermoupoli – Verwaltungssitz der südlichen Ägäis

Ermoupoli, die Hauptstadt von Syros, ist mit 11.407 Einwohnern die größte Stadt der Kykladen. Dies war aber nicht immer so. 1821 hatte Ermoupoli nur 150 Einwohner. Im Zuge der griechischen Revolution (1821-1829), bei der sich die Griechen von der osmanischen Fremdherrschaft befreiten, suchten viele griechische Flüchtlinge von anderen Inseln wie zum Beispiel Chios und auch den kleinasiatischen Küstenstädten auf der neutralen Insel Syros Zuflucht. Innerhalb von 4 Jahren wuchs die Bevölkerung auf fast 14.000 Einwohner an. Die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Hintergründe der Flüchtlinge, hauptsächlich Händler und Seeleute, waren wesentliche Faktoren für den raschen Aufstieg Ermoupolis zur einer der bedeutendsten Städte im neu gegründeten Königreich Griechenland.

Im venezianisches Mittelalter wurden viele kykladische Inseln von Piratenüberfällen geplagt. Deshalb siedelten sich die Menschen oberhalb auf den Hügeln an, wo sie sich sicherer fühlten. Ermoupoli hat zwei Stadthügel mit jeweils einer katholischen und einer griechisch-orthodoxen Kirche auf dem Gipfel. Und auch der historische Kern der Stadt Ano Syros ist am Hang gebaut. Wir ließen es und natürlich nicht nehmen vom quirligen Treiben am Hafen die vielen Treppenstufen auf beide Hügel hinaufzusteigen und die Kirchen anzugucken.

Fahrradtour durch den Süden

Natürlich unternahmen wir auch auf Syros eine Fahrradtour, um die Insel zu erkunden. Uns fiel auf, dass im Vergleich zu den anderen kykladischen Inseln auf Syros sehr viele stattliche Anwesen stehen und der Lebensstandard im Allgemeinen höher zu sein scheint.

Wanderung in den Norden

Nachdem wir den Süden per Fahrrad erkundet hatten, ging es im Norden nur zu Fuß vorwärts. Die Straße hört nämlich 4 km vor dem nördlichen Kap Diapori auf. Wir liefen mal wieder durch karge Landschaften. Die Gesteinsarten und Felsformationen waren aber dieses Mal besonders abwechslungsreich. Wir konnten außerdem gut rübergucken nach Andros und Tinos.

Auf dem Rückweg vom Kap Diapori zweigten wir kurz ab zu zwei Buchten. Die erste war Gria Spilia, wo sich jemand durch das anpflanzen von tausenden von Nadelbäumen ein Idyll geschaffen hat. Die zweite war die wesentlich bekanntere Grammata-Bucht, bei der Piraten Schnitzereien im Felsen hinterlassen haben.

Zum Schluss kamen wir auch noch an einem kleinen Steinbruch vorbei.

Übernachtungsplätze

Da die Fähre um 22 Uhr auf Syros ankam, suchten wir uns im Dunkeln in der Nähe des Fährhafens einen Platz für die Nacht. Wir wurden beim Yachthafen fündig, wo wir uns nahe an eine Mauer stellten, um besser vor dem Wind geschützt zu sein.

Zwei Nächte standen wir idyllisch am wunderschönen Komito-Strand. Auch bei den Einheimischen war dieser Strand beliebt. Es kamen regelmäßig Spaziergänger, Jogger und manchmal sogar ein Badegast vorbei. Dies motivierte Britta natürlich auch schwimmen zu gehen und sogar Alex traute sich ins Wasser. Die Wassertemperatur beträgt zurzeit 16 °C.

Eine Nacht stellten wir uns in den Norden von Syros, einfach ans Ende der Straße und der Zivilisation. Von hier aus konnten wir am nächsten Tag direkt auf unsere Wanderung ans Kap Diapori starten.

Für unsere letzte Nacht auf Syros stellten wir uns abseits einer Straße auf der gegenüberliegenden Buchtseite von Ermoupoli hin. Auf dem Bild kann man die riesige Werft sehen, wo die ganze Nacht gearbeitet wurde. Am nächsten Morgen machten wir uns um 6 Uhr auf, um die Fähre nach Milos zu erwischen.

Kochen und Essen in der Hannelore

Normalerweise kochen wir selbst in der Hannelore, wobei wir uns aber manchmal, wenn wir gerade in einem harten Sightseeing-Programm sind, kleine Snacks unterwegs kaufen. Einen solchen Snack, den es hier in Griechenland überall zu kaufen gibt, sehr ihr auf dem Bild: Blätterteigtaschen gefüllt mit Käse und/oder mit Spinat.

Für die Fährfahrt nach Syros haben wir uns Brote geschmiert und einen griechischen Salat gemacht. Alex war das aber dann nicht genug und so kaufte er sich noch auf der Fähre einen vegetarischen Burger samt großer Portion Pommes.

Am Komito-Strand ließen wir es uns so richtig gut gehen und kochten Borschtsch (russische Kohlsuppe mit roter Beete und Kartoffeln). Dazu gab es sogar eine Vor- und Nachspeise.

Am nächsten Morgen hörten wir nicht auf mit dem Schlemmen und machten uns Pfannkuchen zum Frühstück. Die erste Ladung war mit Käse gefüllt und hinterher gab es für Britta einen mit Äpfeln und für Alex mit Nutella.

Das dritte kulinarische Highlight am Komito-Strand waren die mit Halloumi (griechischer Grillkäse), roter Beete, Kohl- und Möhrensalat, grünem Salat und Kapern gefüllten Wraps.

Wraps sind übrigens ein Gericht, dass wir uns öfter in der Hannelore zubereiten. Es geht schnell, schmeckt super und man hat wenig zum Abwaschen.

Zum Frühstück essen wir normalerweise Brote mit Käse oder Frischkäse, manchmal auch mit gebratenen Eiern drauf. Einmal hatte Alex so viel Hunger morgens, dass er noch zusätzlich eine Fertignudelsuppe vertilgte.

Britta isst für ihr Leben gern Avocados. Da diese allerdings meist aus Südamerika hergeschippert werden müssen, verzichtet sie darauf. Was für eine freudige Überraschung, als wir in einem Supermarkt Avocados von Kreta fanden. Da schmeckt das Avocado-Brot gleich noch viel besser!

Übersichtskarte Syros

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